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Torfvorkommen

Torfvorkommen in Deutschland

Moore und der daraus gewonnene Torf sind ein viel diskutiertes Thema. Torf ist in den meisten gärtnerischen Produkten und Substraten enthalten, doch seine Verwendung steht aufgrund seines CO2-Gehaltes in der öffentlichen Kritik. Eine Torfminimierung wird daher gesellschaftlich und politisch angestrebt. Auch die Industrie hat sich dazu bekannt. Es besteht jedoch eine Reihe von Zielkonflikten, an deren Lösung intensiv gearbeitet wird.

Die Moore prägen die Identität der von ihnen eingenommenen Landschaften in besonderer Weise. Auf dem deutschen Bundesgebiet erstrecken sich Moorflächen über eine Gesamtfläche von rund 1,3 Millionen Hektar (ha).Die meisten dieser sogenannten Moorflächen in Deutschland haben heute aber nur noch sehr wenig mit ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild gemein. Seit dem Beginn der Industrialisierung haben Entwässerung und Kultivierung zur forst- sowie landwirtschaftlichen Nutzung das Landschaftsbild von mehr als zwei Drittel der deutschen Moore völlig verändert. 

Die Torfvorkommen in Deutschland finden sich auf rund 320.000 ha und sind damit im weltweiten Vergleich eher gering. Diese Fläche entspricht den in Deutschland vorkommenden Hochmooren. Den größten Teil der sogenannten Moore beansprucht die Landwirtschaft mit 56 Prozent (180.000 ha) der Gesamtmoorfläche. 24 Prozent der Flächen (77.400 ha) weisen einen Bewuchs mit Bentgras und Gehölzen auf. Außerdem liegen ca. 8 Prozent (25.900 ha) unter forstwirtschaftlicher Nutzung. Der Torfabbau beansprucht schließlich 4 Prozent (12.000 ha) dieser Flächen. Die genannten Bereiche sind nur unter geologischen Gesichtspunkten als Moorböden anzusprechen, da sie über mindestens 30 cm Torfauflage verfügen.

Lediglich ca. 8 Prozent (25.950 ha) der Hochmoorflächen in Deutschland befinden sich in einem intakten Zustand, d.h sie besitzen die moortypische Flora und Fauna mit deren wichtigen ökologischen Funktionen. Bei diesen Flächen kann im weitesten Sinne von Mooren gesprochen werden, wie sie vegetationskundlich und ökologisch definiert werden. Hier entstehen in der Regel die bekannten Fotos von intakten Mooren und deren Bewohnern. Nahezu alle noch intakten Hochmoore sind über das EU-Recht oder durch nationale Naturschutzgebiete gesichert. Das EU-Recht schützt durch das Verschlechterungsverbot der FFH-Richtlinie (Anhang I) Hochmoore (LRT 7110, LRT 7120), Übergangs- und Schwingrasenmoore (LRT 7140), Torfmoor-Schlenken (LRT 7150), Moorwälder (91D0) und kalkreiche Niedermoore (LRT 7230).(3) Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG § 30) schützt weiterhin alle Moore, Röhrichte, Großseggenrieder sowie seggen- und binsenreiche Nasswiesen als Biotope gesetzlich. Über diese Flächen wird nicht gesprochen, wenn es um den Abbau von Torf geht.

Niedermoore sind in Deutschland flächenmäßig mit einer Gesamtfläche von 1.043.200 ha wesentlich häufiger vertreten als Hochmoore. Sie spielen aber keine Rolle für die Torfgewinnung. Ihr größter Teil (ca. 900.000 ha) befindet sich in forst- bzw. landwirtschaftlicher Nutzung.

Torfvorkommen in Europa

  • In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-27) existieren über 28.200.000 ha Moorflächen.(1)
  • In 11 Mitgliedsstaaten wird auf einer Gesamtfläche von 120.000 ha (0,4 Prozent), jährlich ca. 68 Mio. m³ Torf gewonnen.(2)  
  • Der Torfabbau in Deutschland findet auf einer Fläche von knapp 12.000 ha statt, was 1 Prozent der gesamten Moorflächen (4 Prozent der Hochmoorflächen) des Bundesgebietes entspricht.


(1) Altmann, M. (2008): Socio-economic impact of the peat and growing media industry on horticulture in the EU, Luxemburg
(2) Clarke, D, Rieley J. (2010): Strategy for Responsible Peatland Management, International Peat Society, Finland
(3) Bundesamt für Naturschutz (BfN)