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Standbein für den Erwerbsgartenbau

Für den wirtschaftlichen Erfolg des Erwerbsgartenbaus werden hochwertige und vor allem verlässliche Kultursubstrate für die Herstellung gartenbaulicher Produkte benötigt.

Insgesamt werden in Deutschland von rund 90 Betrieben jährlich ca. 11 Millionen m³ torfhaltige Substrate für den Profi- und Hobbybereich produziert. Davon finden rund 2 Millionen m³ Anwendung im professionellen Gartenbau in Deutschland, rund 4,5 Millionen m³ Kultursubstrate werden exportiert. Nach Untersuchungen des Industrieverband Garten e.V. aus dem Jahr 2020, bestehen die Kultursubstrate (ohne Hobbyerden) zu ca. 80 Prozent aus Torf. Lediglich knapp 200.000 m³ Kultursubstrate wurden torffrei hergestellt.(1) Mit einer Selbstverpflichtung hat sich die Substratindustrie in Deutschland allerdings allerdings dazu verpflichtet, bis 2025 den Anteil von anderen Ausgangsstoffen als Torf in Hobbyerden auf 50 Prozent und bei Kultursubstraten auf 20 Prozent zu erhöhen.

Über die Hälfte der verwendeten Kultursubstrate werden für die Anzucht von Gemüsepflanzen genutzt. Dabei wird für die Anzucht von bis zu 350.000 Jungpflanzen lediglich ein Kubikmeter Substrat eingesetzt. Für die Aufzucht von Blumen- und Zierpflanzen werden jährlich über 1.740.000 m³, für Baumschulen 410.000 m³, für den Pilzanbau 20.000 m³ und für den Obstbau 2.000 m³ torfhaltige Kultursubstrate benötigt.(1)

Modell- und Demonstrationsvorhaben TerZ

Aktuell: In dem Modell- und Demonstrationsvorhaben „Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau“ (TerZ) haben sich die LVG Hannover-Ahlem, das Versuchszentrum Gartenbau Straelen/Köln-Auweiler, das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, die LVG Heidelberg und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu einem Projektkonsortium zusammengeschlossen, um Betriebe bei der Umstellung auf torfreduzierte Substrate zu begleiten.

Dabei soll untersucht werden, wie ein großer Teil der in Deutschland konventionell produzierten Zierpflanzen im Topf ohne Qualitätseinbußen in stark torfreduzierten Substraten unter Praxisbedingungen kultiviert werden kann. Ziel ist u.a. eine dauerhafte Etablierung betriebsspezifisch passender Substrate mit einem Torfanteil von maximal 50 Prozent.(3)

Vorteile von Torf im Gartenbau

  • niedriger pH-Wert, wodurch der teilweise sehr hohe pH-Wert anderer Stoffe (z. B. Kompost) in der Mischung ausgeglichen werden kann
  • niedriger Nährstoffgehalt und Fähigkeit der gezielten Aufdüngung
  • hohe Wasserkapazität bei gleichzeitig hoher Luftkapazität (insbesondere Weißtorf)
  • gute Strukturstabilität
  • geringe mikrobielle Belebung, wodurch die Lagerfähigkeit des Endproduktes sicherstellt werden kann
  • frei von Schadstoffen, Schwermetallen und Krankheitserregern (4)


(1) Altmann, M. (2008): Socio-economic impact of the peat and growing media industry on horticulture in the EU, Luxemburg
(2) Industrieverband Garten e.V. 2021

(3) projekt-terz.de 
(4) Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)